Heike Hanada

Vom lateinischen Ursprung ausgehend bezeichnet der Terminus Monument ein bedeutendes Denkmal mit großen Ausmaßen. Dessen bauliche Beschaffenheit verschafft ihm gegenüber dem Kontext eine Solitärstellung, welche seine besondere Bedeutung als Erinnerungsträger versinnbildlicht.
Bei Heike Hanada verdichtet sich die Verwendung dieses Begriffes auf das Interesse für die architektonischen Eigenschaften der Monumente – ihre exakte Form, Klarheit und Erhabenheit. Jene Eigenschaften also, die sich nicht alleine aus materieller Größe generieren, sondern durch Komposition, Fügung und Proportion einen abstrakten Raumstil entwickeln. In Anlehnung an Mies van der Rohe umkreist Hanada den Begriff Monumentalität dabei auf mehreren Ebenen: Als Verhältnis zwischen Solitär und Kontext, als wahrnehmungsphysiologisches Phänomen sowie als geistigen Raum, der dem Betrachter nichts vorgibt außer innerer Unermesslichkeit. So unterschiedlich diese Ebenen auch erscheinen, ist ihnen doch eines gemeinsam: Heike Hanada konzentriert sich mit ihrer Konzeption auf den Raum als ästhetisches Phänomen – begleitet, aber nicht diktiert von funktionalen Aspekten. Unterstützt wird diese Denkhaltung, die sich vornehmlich mit der Wahrnehmung öffentlicher Räume befasst, durch ihre jahrelange Arbeit als Künstlerin.
 
In ihrer Ausstellung entwickelt Hanada ausgehend vom Steinraster des Galeriefußbodens ein sich überlagerndes System aus parallelen Linien, das mit Bleistift direkt auf die Wände gezeichnet ist. Diese Wandzeichnung thematisiert den Entwurfsprozess als interpretative Reflektion des Ortes. Dabei wird aus diesem eine bestimmte Ordnung generiert und anschließend variiert. In die Wandarbeit eingebettet sind Zeichnungen der wichtigsten Projekte, die Heike Hanada in den letzten Jahren bearbeitet hat.
 
Heike Hanada hat ihr laboratory for art and architecture 2007 in Berlin gegründet. Seit dem hat sie zahlreiche Wettbewerbserfolge erzielt, u.a. bei den Wettbewerben für die Erweiterung der Stadtbibliothek in Stockholm (1. Preis, 2008) und den Neubau des Bauhaus Museums in Weimar (1. Preis, 2012, mit Benedict Tonon). Aktuell plant sie das Bauhaus Museum in Weimar, das 2018 fertig gestellt wird. Seit 2010 ist Heike Hanada Professorin für Grundlagen der Gestaltung an der Potsdam School of Architecture.

Heike Hanada and Jan Kleihues: German Pavilon Venice, 2014
Heike Hanada and Jan Kleihues: German Pavilon Venice, 2014
Eröffnung: Mittwoch, 5.11.2014, 19.00 Uhr
Begrüßung: Ulrich Müller
Einführung: Jörg H. Gleiter
Dauer: 06.11.20.12.2014
Ausstellungsansicht (Foto: Jan Bitter)
Ausstellungsansicht (Foto: Jan Bitter)
Exhibition view (Photo: Jan Bitter)
Exhibition view (Photo: Jan Bitter)
Ausstellungsansicht (Foto: Jan Bitter)
Ausstellungsansicht (Foto: Jan Bitter)
Ausstellungsansicht (Foto: Jan Bitter)
Ausstellungsansicht (Foto: Jan Bitter)
Ausstellungsansicht (Foto: Jan Bitter)
Ausstellungsansicht (Foto: Jan Bitter)
Ausstellungsansicht (Foto: Jan Bitter)
Ausstellungsansicht (Foto: Jan Bitter)
Ausstellungseröffnung (Foto: Katharina Wendlandt)
Ausstellungseröffnung (Foto: Katharina Wendlandt)